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Sova

Schulprojekt, 2010



Projektpartner: Konstfack
Zeitrahmen: 3 Wochen
Materialien: PU-Hartschaum, Lack, Kunststofftier

In einer von Zeitdruck und Planungserfordernissen geprägten Gesellschaft unterliegt der Schlaf strenger Reglementierung. Ein Wecker ist die Vergegenständlichung dieser Reglementierung. Er symbolisiert den Sieg über die eigene Körperlichkeit, bedeutet instrumentelle Kontrolle des physiologischen Rhythmus.

«Sova» richtet demgegenüber den Fokus auf Entschleunigung und Selbstbesinnung. Die Aufmerksamkeit wird von der Weckzeit auf die Schlafdauer verschoben und rückt diese über ihre Visualisierung ins Bewusstsein. Denn ausreichend zu schlafen ist für die körpereigenen Regenerationstätigkeiten von essentieller Bedeutung und wirkt sich positiv auf Leistungsfähigkeit sowie mentales und körperliches Befinden aus. Der Wecker funktioniert nach dem Prinzip einer Eieruhr: die Schlafdauer lässt sich durch das Ziehen an der Schnur einstellen, wobei Stunden und Minuten grafisch unterteilt sind, sodass auch kurze «Siestas» von wenigen Minuten möglich sind. Um dennoch eine zeitliche Orientierung zu gewährleisten ist eine Uhr in den Wecker integriert, allerdings so, dass sie vom Bett aus nicht sichtbar ist und in den Hintergrund tritt. Eine weiche Formgebung zusammen mit den Tiergriffen am Ende der der «timeline», die mit einer gewissen Kuscheltieranalogie spielen, sollen dem Objekt seine negative Konnotation nehmen, um den Übergang zwischen Traumwelt und Wirklichkeit möglichst sanft zu gestalten.